Wir sind ein anarchistisches und damit selbstbestimmtes Projekt. Wir verwalten uns selbst und brauchen dazu keinen Staat, keine gesellschaftliche Ordnung, noch sonst eine hegemoniale Machtstruktur. Mit diesem Grundsatz leben wir seit Juni 2016 zusammen auf dem angeblichen Eigentum der Deutschen Bahn. Tatsächlich sind wir Bewohner*innen eines Gebäudes, das seit 20 Jahren leer steht. Für uns ist es selbstverständlich verlassene Orte nicht nach ihrem Besitzansprüchen – in diesem Fall vertreten durch die Deutsche Bahn – sondern nach den Möglichkeiten diese gemeinsam zu nutzen, zu verstehen. Freien Raum zu erschaffen und bestehenden zu nutzen, vor dem Zerfall zu schützen und vor Spekulation zu bewahren muss Teil eines antikapitalistischen Kampfes sein.
Herrschaft ist nichts als regulierte Gewalt.
Wir haben diesen Ort besetzt, um aufzuzeigen, dass es möglich ist ein Leben fern ab von steigenden Mieten, Konsumterror, Patriachart und kapitalistischer Verwertungslogik zu führen! Wir wollen versuchen einen Gegensatz zu bestehenden Gesellschaftsverhaeltnissen zu schaffen, indem wir Alternativen aktiv leben! Anarchie wird nicht eines schoenen Tages einfach „erreicht“ sein, niemand anderes als die an ihr beteiligten Menschen werden festlegen, wie sie leben und sich organisieren wollen! Deswegen sind Raeume wie der unsere notwendig, nicht nur als Freiraum, sondern als gelebte Praxis des Anarchismus!
Keine Macht für niemand!
Wir wollen selbstbestimmt, gleichberechtigt, selbstverwaltet leben! Wir wollen uns keinen uns auferlegten Zwängen und Konventionen beugen! Schon so viel wurde uns vom Kapitalismus genommen, durch unseren Freiraum und das Leben und Wirken in diesem, versuchen wir uns ein Stück von unserem Leben zurueckzuholen! Das Ziel des Anarchismus ist die Abschaffung der Herrschaft von Menschen über Menschen! wir wenden uns gegen die alltäglichen Abhängigkeits- und Unterdrückunsverhältnisse! Vorallem gegen den Staat, denn er ist Ausdruck der institutionalisierter Macht und Herrschaft!
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. ?!
Natürlich ist uns bewusst, dass wir uns der uns umgebenden Verhältnisse nicht komplett entziehen koennen, denn der Kapitalismus ist allgegenwaertig und beinahe unumgänglich. Wir müssen Kooperativen eingehen, solange bis bis Alternativen gefunden sind. Doch jeder muss aktiv nach diesen Alternativen suchen um langfristige Veränderungen herbeizufueren!
Protest ist, wenn ich sage, das & das passt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafuer sorge, dass das, was mir nicht passt, nicht länger geschieht.
Das Leben in unserem Projekt kann nur gelingen, wenn sich alle mit unseren politischen Grundgedanken identifizieren und aktiv an der Verwirklichung unserer Ideen mitarbeiten. Natürlich ist nichts „in Stein gemeißelt“, nur durch offenen Dialog und (Selbst-)Refektion ist gemeinsames arbeiten möglich. Es muss daran gearbeitet werden eine Umgebung zu schaffen, in der mensch sich wohl und ernst genommen fühlt.
Wir dulden keine Form von Diskrimminierung! Kein rassistisches, faschistisches, sexistisches, homophobes, patriotisches, hierarchisches, xenophobes, chauvinistisches, ableistisches Verhalten
Wir wollen keinen alltäglichen Drogenkonsum!! Damit meinen wir nicht nur den blinden Konsum von harten Drogen, sondern all das was im alltäglichen Leben einschränkt. Durch solches Verhalten beschränkt mensch auch andere in der Auslebung ihrer Freiheit! Denn mensch hat eine Verantwortung sich selbst, dem Projekt und anderen gegenüber!
Ihr kriegt uns hier nicht raus, das ist unser Haus!
Alle unsere Entscheidungen werden von uns im Kollektiv nach dem Konsenprinzip getroffen, denn nur gemeinsam und nicht gegeneinander kann Veränderung stattfinden! Denn nur so zeigen wir „den da draußen“, dass es anders geht!
Auch die Entscheidung ueber Ein- und Auszug liegt beim Kollektiv und NICHT BEI DER DEUTSCHEN BAHN!